Das Altertum / die Antike

Von Griechen, Römern und Germanen

Der grobe zeitliche Rahmen für das europäische, auf den Mittelmeerraum bezogene Altertum wird in der Geschichtswissenschaft gesetzt durch die Frühgeschichte auf der einen Seite (bis zur Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr.) und dem Beginn des Mittelalters auf der anderen Seite - dessen Beginn mit den Völkerwanderungen (375-568 n. Chr.) oder dem Untergang des weströmischen Kaisertums (476 n. Chr.) markiert wird.

Zum Altertum gehören z. B. diese Völker und ihre Reiche:

  • die Sumerer / Mesopotamien
  • die Ägypter
  • die Minoer (Mykene /Kreta)

Man teilt diese Zeit auch statt der Herrscherzeiten in „Kupfer-, Bronze-, Eisenzeit“ ein, also stärker an den archäologischen Funden ausgerichtet.

Zur "klassischen Antike" gehört die Zeit, die im Geschichts- und GL-Unterricht besonders intensiv bearbeitet wird:

Kollosseum-Rom-Pohl

Kollosseum, Rom: Zeichen der Baukunst der alten Römer (Foto: Privat)

Das Ende des römischen Imperiums - das Ende der Antike

Im Laufe des 5. Jahrhunderts zerfiel allmählich das Römische Reich im Westen. Das Vordringen der Hunnen hatte einen Dominoeffekt ausgelöst, der die politische Aufteilung Europas gänzlich veränderte. Das Reich verlor nach der Schlacht von Adrianopel 378 zunehmend die Kontrolle über seine westlichen Provinzen. Große Teile Galliens (= z.T. das heutige Frankreich) und Spaniens gingen bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts an die eingedrungenen Germanen (Vandalen, Franken, Goten) verloren. Vor allem der Verlust Africas (hier in der Schreibweise als "römische Provinz") an die Vandalen 435 war ein schwerer Schlag für Westrom. Der Regierungssitz war bereits um die Jahrhundertwende von Mailand nach Ravenna verlegt worden. Und selbst Italien geriet immer mehr unter den Einfluss der Germanen. 410 plünderten die Westgoten die Stadt Rom, 455 folgten ihnen darin die Vandalen. Das Oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel (=später: Byzanz =heute: Istanbul) blieb zumindest staatsrechtlich noch bis in das 15. Jahrhundert erhalten – und die Griechen bezeichnen sich noch heute volkstümlich auch als „rhomoi“, also „Römer“, aber die inneren Strukturen veränderten sich nach etwa 640 so grundlegend, dass man häufig statt vom "Oströmischen Reich" von nun an vom Byzantinischen Reich spricht .

Beispiel: Das antike Griechenland

Der Begriff "Antike"

Häufig werden die Wörter „Altertum“ und „Antike“ in einem Zusammenhang benutzt. Der Begriff Antike - vor allem „klassische Antike“ – bezeichnet hingegen ausschließlich das griechisch-römische Altertum (je nach zeitlicher Abgrenzung ab 12. oder 8. Jahrhundert v. Chr.). Altertum ist also der Oberbegriff, und die Zeit der klassischen Antike fällt darunter.

Deutsche und Germanen

Der Begriff "Germane" ist vermutlich eine Fremdbezeichnung (z. B. durch die alten Römer), der später als Oberbegriff übernommen wurde. Ein einzelnes Volk "der Germanen" gab es nicht, vielmehr Völker wie Kelten und Skythen.

Die Vorläufer der Deutschen sind im Wesentlichen östlich des Rheins angesiedelte Westgermanen, die sich während der Völkerwanderung zu Großstämmen (also Sachsen, Thüringer, Franken, Alemannen und Baiern) formierten. Ab dem 7. Jahr- hundert wanderten in den östlichen Gebieten des heutigen Deutschland zunehmend Slawen ein und wurden dort ebenfalls zu Vorfahren der heutigen Deutschen.

Das Wort "deutsch" geht nachweislich bis ins 4. Jahrhundert zurück. Damals wurde es als Adjektiv niederge- schrieben als "diutisc" oder "theodisk" und bedeutete ursprünglich soviel wie „zum Volk gehörig“ oder „die Sprache des Volkes sprechend“- in Ab- grenzung zum Latein der Priester.

"Minoer / minoisch"

Nach Minos, ihrem König bzw. dem Königstitel (wie "Pharao" bei den alten Ägyptern), hat man diese Kultur und das Volk erst in der neuesten Zeit benannt: die Minoer und ihre minoische Kultur. Auf der heute griechischen Insel Kreta entstand um 2000 v. Chr. diese Hochkultur; sie ist die erste frühe Hochkultur in Europa.

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Minoische Wandzeichnung am Palast von Knossos, Kreta (Foto: Privat)