1500 - eine neue Zeit beginnt

Die Neuzeit: Entdeckungen, Eroberungen, Erfindungen

Wer freut sich nicht, wenn er etwas "neu" hat oder wenn etwas "neu" beginnt? Diese Idee des Aufbruchs ist auch mit dem Gedanken der "Neuzeit" verbunden. Die Neuzeit ist eine der drei historischen Großepochen.

Die Neuzeit, die dem Mittelater folgt, wird in der Geschichtswissenschaft begrifflich unterteilt in:

  • die Frühe Neuzeit. Sie beginnt mit der "Entdeckung" Amerikas (1492) und dauert bis zur Französischen Revolution (1789).
  • die Moderne, die auf die Frühe Neuzeit folgt. Sie wird auch "Neueste Zeit" genannt.

Die Geschichtswissenschaft ist über den genauen Beginn uneins. Meist nennt man entweder die osmanische Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 oder die Entdeckung Amerikas 1492, früher wurde in Deutschland oft Martin Luthers Reformation von 1517 angeführt. Weitere genannte Zäsuren (historische Einschnitte) sind die Renaissance, der Humanismus und die Entwicklung des Buchdrucks in Europa mit beweglichen Schrift- zeichenstempeln. Gängigerweise verwendet man in der heutigen Geschichtswissenschaft das runde Jahr 1500 als Beginn.

galilei
Galileo Galilei – Porträt von Justus Sustermans, 1636 (Foto: wikipedia, by Adrian Pingstone in December 2003, National Maritime Museum, London)

Neben dem Zeitalter der Entdeckungen (populärwissenschaftlich der Zeitraum etwa vom 15. bis zum 18. Jahrhundert) und den Eroberungen durch die Europäer (und ihren Auswirkungen bis heute) sind mit dem Beginn der Neuzeit auch viele Erfindungen und Erfinder verbunden.

Dennoch war der Beginn der Neuzeit ein Wandel, also ein lang anhaltender Prozess, der nicht etwa durch eine Erfindung oder Entdeckung (Seeweg nach Indien und Ostasien) grundlegende Veränderungen auslöste. Diese veränderte (Lebens-) Welt der Neuzeit unterscheidet sich so stark von der Welt des Mittelalters, dass man von einer anderen Zeitepoche spricht.

Erfindungen: die Vorfahren unseres Mobilfunks

Erfindungen

Während bahnbrechende Erfindungen schon sehr alt sind (erste Schrift bei den Sumerern, etwa 3000 v. Chr. oder erste Funde von Radresten aus der Zeit des 4. Jahrhunderts v. Chr.) da- tieren wir heute sehr viele Erfindungen in die hier beschriebene "Neuzeit":

  • Der Mainzer Johannes Gutenberg revolutionierte mit der Einführung seiner Druckerpresse rund um das Jahr 1450 den Buchdruck.
  • Die Glühirne (eigentlich: Glüh- lampe), 1881 von Thomas Edison von patentiert, war - im Vergleich zu Kerzen und Öllampen - ein High-Tech-Produkt. Erst dadurch konnte zum ersten Mal in der Menschheits- geschichte überall die Nacht zum Tag werden.
  • Das Auto: Carl Benz patentierte 1886 seinen Motorwagen und das gilt als das erste Automobil (zu lat. Begriffen auto und mobil, sozusagen "sich selbst bewegend")

"Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken."

(Galileo Galilei)

Galileo Galilei (1564-1642)

Galileo - bis heute verbindet man mit diesem Namen neue technische Erfindungen.

Galileo Galilei (* 15. Februar 1564 in Pisa; † 8. Januar 1642 in Arcetri bei Florenz) war ein italienischer Philo- soph, Mathematiker, Physiker und Astronom, der bahnbrechende Entdeckungen auf mehreren Gebieten der Naturwissenschaften, Astronomie und Technik machte. Seine astro- nomischen Erkenntnisse trugen zu einer nachhaltigen, wenn auch verspäteten Korrektur des Weltbildes bei: Galileo Galilei wies die Theorie eines heliozentrischen, also um die Sonne kreisenden Planetensystems, die bereits im Jahrhundert zuvor durch Nikolaus Kopernikus entwickelt worden war, wissenschaftlich nach. Damit verhalf er der sogenannten “kopernikanischen Wende” in der Sicht über die Welt und dem menschlichen Selbstverständnis der beginnenden Neuzeit zur Durchsetzung. Die katholische Kirche verweigerte sich dieser Erkenntnis sehr lange. Als historisch umstritten gilt die Legende, wonach Galilei unmittelbar nach der erzwungenen Abschwörung mit der Äußerung “Und sie (die Erde) bewegt sich doch!” auf der Gültigkeit der kopernikanischen Theorie bestanden hätte.