Mythos und Wahrheit

Wie Lehrer wirklich sind

Als ich 1999 diese Seite entwarf, waren weder die Ausmaße von "Erfurt" oder "Emsdetten"noch von "PISA" präsent. Erst nach und nach änderte sich die öffentliche Diskussion über Lehrer. Bestimmte Vorurteile wurden weniger, ganz aus der Welt sind sie daher aber auchnoch nicht. Wer kennt sie also nicht, die gängigen Vorurteile?

Mythos 1: Lehrer wählen den Beruf, weil viel Freizeit und lange Ferien locken.

Die Wahrheit: Wer Lehrer wird, beschäftigt sich gern mit Kindern und Jugendlichen und möchte das Fach, das ihn am meisten interessiert, unterrichten. Auch das Bewusstsein, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, gehört zu den Hauptmotiven bei der Entscheidung für den Lehrerberuf. Dagegen fallen der Wunsch nach langen Schulferien, der Beamtenstatus, das Gehalt oder ein geringer Schwierigkeitsgrad des Lehramtsstudiums kaum ins Gewicht. Das haben verschiedene, auch internationale, Studien zur Motivation belegen können. Eine aktuelle Untersuchung der Uni Kiel zeigt zum Beispiel, dass die pädagogischen und fachlichen Interessen die größte Bedeutung bei der Wahl des Lehramtsstudiums haben, während Nützlichkeitsaspekte kaum eine Rolle spielen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (MPIB) in Berlin haben außerdem herausgefunden, dass Lehramtsstudenten für Grund-, Haupt- und Realschule, verglichen mit künftigen Gymnasiallehrern, ein deutlich größeres soziales Interesse mit ihrem Beruf verbinden.

Mythos 2: Die mittelmäßigen Abiturienten werden Lehrer.

Die Wahrheit: Wer sich entscheidet, Gymnasiallehrer zu werden, ist am Ende seiner Schulzeit mindestens genauso schlau wie jene Mitschüler, die sich für andere Studienfächer entscheiden. Der Bildungsökonom Ludger Wößmann vom ifo Institut in München hat für diesen Befund die Abiturnoten angehender Gymnasiallehrer mit den Zeugnissen von Studenten anderer Fächer verglichen. Dabei stellte er jedoch auch fest, dass die Abiturnote angehender Grund-, Haupt- und Realschullehrer im Durchschnitt schlechter ist als die vergleichbarer Hochschulabsolventen. Diese Ergebnisse bestätigte auch eine Studie des MPIB. Die Wissenschaftler verglichen die Abi-Zeugnisse von 328 Lehramtsstudenten mit jenen von rund 1400 Studenten anderer Fächer in Baden-Württemberg. Auch hier zeigte sich: Wer nach der Schule ein Lehramtsstudium für Grund-, Haupt- und Realschule antrat, hatte schlechtere Abiturnoten als die anderen Studenten. Die angehenden Gymnasiallehrer dagegen zeigten auch bei den allgemeinen Intelligenztests sowie bei den Überprüfungen ihrer Mathe- und Englischkenntnisse deutlich bessere Ergebnisse und schnitten teilweise sogar besser ab als andere Studierende.
Unter Wissenschaftlern ist allerdings umstritten, inwiefern die Abiturnote etwas über die Qualität der Arbeit der Lehrer aussagt.

Mythos 3: Viele Lehrer sind ungeeignet, nur die talentierten sollten in den Beruf kommen.

Die Wahrheit: Ein angeborenes Talent zum Lehrersein gibt es nicht. Vielmehr spricht alles dafür, dass man erlernen und üben kann, ein guter Lehrer zu sein. Schon in den siebziger Jahren hat man versucht, Lehrer auf Eigenschaften wie Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Humor oder Extraversion hin zu untersuchen. Den Ergebnissen zufolge entwickelten sich die Schülerleistungen aber völlig unabhängig von den persönlichen Eigenschaften der Lehrer.
Trotzdem ist der Ruf nach Eignungstests für Lehrer an den Universitäten nicht spurlos vorübergegangen. Auch wenn die Mehrheit der Hochschulen ein Aussieben von Studienbewerbern ablehnt, gibt es inzwischen Versuche, mithilfe von Eignungsverfahren zumindest die Selbstreflexion der Studenten anzuregen und sie aufzufordern, ihre Begabung eigenverantwortlich zu überprüfen. Das Ergebnis der Tests bleibt in diesen Fällen ohne Konsequenz; der Student soll selbst entscheiden, ob er den eingeschlagenen Weg weiterverfolgt. Die Universität Passau dagegen möchte ihre angehenden Lehramtsstudenten in Zukunft in Sprach-, Team-, Organisations- und Moralkompetenz testen und die ungeeigneten vor Studienbeginn aussieben.
Testverfahren sind aber nicht nur deshalb umstritten, weil sie die Rolle der Ausbildung unterschätzen, sondern auch, weil zu wenig darüber bekannt ist, was überhaupt getestet werden sollte und welche Fähigkeiten für das Lehrersein und die Leistungen der Schüler wirklich relevant sind.

Mythos 4: Gymnasiallehrer beherrschen zwar ihr Fach, können es aber nicht vermitteln.

Die Wahrheit: Gymnasiallehrer verfügen nicht nur über ein deutlich höheres Fachwissen als die Lehrkräfte an anderen Schulformen, durch ihr größeres fachdidaktisches Wissen geben sie auch besonders guten Unterricht. Wissenschaftler des MPIB haben das fachliche Können von Mathematiklehrern getestet und gleichzeitig ihren Unterricht und den Lernfortschritt ihrer Schüler analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass besonders gute Mathematiker nicht automatisch besseren Unterricht erteilten. Viel wichtiger war das umfangreiche Wissen darüber, wie man mathematische Inhalte erklärt und welche Aufgaben für welche Situationen am besten geeignet sind. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange jemand schon Lehrer ist: Die Berufserfahrenen unterscheiden sich weder in ihrem Fachwissen noch in ihren fachdidaktischen Kenntnissen von ihren jüngeren Kollegen. Allerdings macht sich bemerkbar, für welche Schulform die Lehrer ausgebildet wurden. Denn obwohl die Fachdidaktik bei angehenden Lehrern für Grund-, Haupt- und Realschulen im Studium eine viel größere Rolle spielt als bei den Gymnasiallehrern, geben sie später den schlechteren Unterricht. Während Gymnasiallehrer im Studium von Fachexperten ausgebildet werden, übernehmen bei den Nichtgymnasiallehrern die Fachdidaktiker auch die fachliche Ausbildung. Bildungswissenschaftler gehen davon aus, dass das Fachwissen jedoch eine wesentliche Bedingung für eine gute Didaktik ist und somit indirekten Einfluss auf die Unterrichtsqualität hat.

Mythos 5: Lehrer jammern nur.

Die Wahrheit: Die meisten Lehrer gehen mit Enthusiasmus an die Arbeit. MPIB-Forscher fragten im Rahmen der Coactiv-Studie, wie glücklich Lehrer in ihrem Beruf sind. Zwei Drittel der Teilnehmer zeigten sich sehr zufrieden – und wollten weiterhin als Lehrer arbeiten.
In einer weiteren Untersuchung befragten die Wissenschaftler Berliner Lehrer, die mit dem Gedanken spielten, ihren Beruf aufzugeben. Die Gründe für ihre Entscheidung reichten vom zunehmenden Druck durch immer neue Reformen über die schlechte Ausstattung der Schulen und die fehlende berufliche Anerkennung bis hin zu ständigen Unterrichtsstörungen durch verhaltensauffällige Kinder oder die mangelnde Lernmotivation der Schüler. Allerdings hatten nur fünf Prozent dieser Lehrer den Beruf nach einem Jahr wirklich aufgegeben.

Mythos 6: Lehrer sind besonders faul.

Die Wahrheit: Dafür gibt es keine Belege, im Gegenteil: Studien weisen nach, dass Menschen in anderen Berufen wesentlich fauler sind. Der Potsdamer Psychologe Uwe Schaarschmidt konnte in seinen Untersuchungen zur Lehrergesundheit 23 Prozent der Lehrerschaft dem sogenannten Schontyp zuordnen. Nicht alle Schontypen seien allerdings Arbeitsverweigerer, sagt Uwe Schaarschmidt. Viele dieser Lehrer begäben sich in eine Art Schutzhaltung, um sich vor emotionaler Überforderung abzugrenzen und von bestimmten Anforderungen zu distanzieren. Dies käme dann einer Art innerer Kündigung gleich. Wesentlich häufiger als bei den Lehrern fand Schaarschmidt diese Schonhaltung bei Polizisten, Ärzten, Pflegekräften und Feuerwehrleuten. Und wer hatte nicht schon in seinem Umfeld faule Handwerker, Mediziner, Anwälte, ArbeitskollegInnen...?

Mythos 7: Lehrer sind vom Burn-out besonders bedroht.

Schon zu Beginn ihrer Laufbahn sind sie sensibel, ängstlich, nervös und labil.
Die Wahrheit: Angehende Lehrer sind psychisch ebenso stabil und robust wie andere Berufsanfänger. Keine wissenschaftliche Studie konnte bisher zeigen, dass Lehrer gesundheitlich schwächer sind als andere Berufsgruppen.
Allerdings existieren mehrere, sich teilweise widersprechende Befunde zu den Anlagen des Burn-outs. So haben der Psychologe Uwe Schaarschmidt und der Erziehungswissenschaftler Udo Rauin in voneinander unabhängigen Studien festgestellt, dass bereits Lehramtsstudenten die Basisvoraussetzungen für ihren Beruf fehlten, dass sie zu wenig motiviert und überfordert seien. Jene Lehrer, die später an Burn-out-Symptomen litten, hätten schon während des Studiums zu wenig Begeisterung für ihren zukünftigen Beruf entwickelt.
Eine Studie des MPIB hingegen hat gezeigt, dass sich die mentalen Voraussetzungen von Lehramtsstudenten überhaupt nicht von denen anderer Studenten unterscheiden. Die Wissenschaftler haben mehr als 1700 Schülerinnen und Schüler kurz vor dem Abitur befragt und im Verlauf ihres Studiums weiter begleitet. Die psychische Stabilität war bei allen Schülern gleich und ließ keine Rückschlüsse auf die Fächerwahl zu.
Das MPIB hat zusätzlich rund 2000 Lehrer zum Stand ihrer emotionalen Erschöpfung befragt. Dabei stellte sich heraus, dass der gesundheitliche Zustand eines Lehrers nicht von der Schulform abhängt. Es spielt keine Rolle, ob Lehrer an einem Gymnasium im Wohlstandsviertel oder einer Hauptschule im sozialen Brennpunkt unterrichten.

Mythos 8: Lehrer arbeiten weniger als andere, haben dafür aber mehr Urlaub.

Die Wahrheit: Die Zeit des reinen Unterrichts macht nur rund die Hälfte der Lehrerarbeitszeit aus. Lehrer verrichten aber keinen Halbtagsjob. Die andere Hälfte ihres Arbeitstages besteht aus Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Besprechungen mit Kollegen, Eltern oder Schülern, Konferenzen und Schülerexkursionen. Die Arbeitszeit ist genau festgelegt und beträgt je nach Bundesland zwischen 38,5 und 42 Stunden in der Woche. Auf Urlaub haben sie ebenso viel Anspruch wie vergleichbare Berufe, circa 30 Tage. Im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung untersuchte die Unternehmensberatung Mummert und Partner 1999 die Jahresarbeitszeit der Lehrer. Das Ergebnis: Je nach Schulform arbeiteten die 6500 untersuchten Lehrer durchschnittlich zwischen 1750 und 1980 Stunden pro Jahr. Auffällig war die große Streuung der Werte: Einige Gymnasiallehrer kamen auf 3500, andere schafften es, mit 930 Stunden auszukommen. In der Grundschule schwankte die Jahresarbeitszeit zwischen 1289 und 2478 Stunden. Es gibt sie also, die arbeitsscheuen Pädagogen, aber sie entspannen sich zulasten ihrer fleißigen Kollegen. Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2006 ermittelte für Gymnasiallehrer eine durchschnittliche Jahresarbeitszeit von 2092 Stunden. Auch Lehrer anderer Schulformen erreichten ungefähr diesen Wert. Der Vergleich mit anderen Berufsgruppen zeigt, dass zum Beispiel Ärzte mit 2102 Arbeitsstunden pro Jahr unwesentlich mehr arbeiten als Lehrer. Architekten und Ingenieure liegen bei 2081 beziehungsweise 2037 Stunden – Journalisten und Publizisten bei 1987 Stunden.

Mythos 9: Die Lehrer verdienen zuviel.

Die Wahrheit: Es gibt nach Besoldung gar nicht "die Lehrer". Die Unterschiede zwischen Studienräten, Lehrern, Lehrern für Sonderpädagogik, Studiendirektoren etc. sind, bezogen auf Tätigkeit und Besoldung erheblich. Dementsprechend sind die Aussagen über finanzielle Lagen auch meist unzutreffend - wenn man nicht genau hinschaut oder sich nicht die Mühe macht, genau zu sagen, WER in welcher Anstellung WIEVIEL verdient. Keine andere Berufsgruppe wird so oft nach ihrem Verdienst gefragt, obwohl gerade bei Beamten viel größere Transparenz als in der Gesellschaft sonst herrscht, wer wieviel verdient: Den Verdienst kann man in Besoldungstabellen nachschauen. Meine Meinung:
Schade, dass nicht jedeR sein Einkommen zum Vergleich preisgeben muss.

Mythos 10: Am Anfang des Lehrerberufs muss man viel mehr vorbereiten, aber später hast man sein festes Programm!

Die Wahrheit: Für manche Fächer (wie Mathematik, Biologie, Sport etc.) mag das vielleicht (!) zutreffen, denn ein bestimmter Fisch sieht in Bio. auch noch in 10 Jahren gleich aus (hoffentlich), aber in Fächern wie Sowi ändern sich die Themenschwerpunkte und Herangehensweisen (nehmen wir als Beispiel das Thema "Demokratie") und müssen sich ändern, um für SchülerInnen noch begreifbar zu sein, so dass immer neue Materialien und Methoden überlegt, gesucht und vorbereitet werden müssen. Selbst wenn man unterstellen würde, dass die Methoden gleich bleiben würden (was den veränderten Anforderungen der Schülerschaft widerspricht), so ist für die (wissenschaftlichen) Inhalte im Unterricht bewiesen, dass die Halbwertzeit des Wissens immer kürzer wird. Daher sind LehrerInnen auch (dienst-) verpflichtet, ihre Inhalte wissenschaftsorientiert - also auf aktuellem Stand - zu halten.

Mythos 11: Lehrer bekommen, wie kein anderer Arbeitnehmer, hitzefrei!

Die Wahrheit: Lehrer gehen nicht nach Hause, wenn SchülerInnen hitzefrei bekommen, sondern arbeiten in der Schule weiter (zum Beispiel in ihren Fachräumen).

Und zum Schluss: Ein Mythos, den Lehrer gern über sich selbst verbreiten: »Unsere Arbeit wird von der Gesellschaft kaum geachtet und anerkannt.«

Die Wahrheit: In der Allensbacher Berufsprestigeskala lagen die Grundschullehrer 2008 auf Platz vier. 33 Prozent der Deutschen haben vor Grundschullehrern besonders viel Achtung und schätzen diesen Beruf. Vor den Grundschullehrern konnten sich nur die Ärzte (78 Prozent), Pfarrer (39 Prozent) und Hochschullehrer (34 Prozent) platzieren. Das Institut für Demoskopie befragt die Bevölkerung im Abstand mehrerer Jahre nach ihrer Haltung zu bestimmten Berufsgruppen. Im Vergleich zu 2003 hat sich das Prestige der Grundschullehrer um sechs Prozentpunkte verbessern können. Geringer angesehen ist der Studienrat, der Gymnasiallehrer – auf der Beliebtheitsskala erreicht er mit 14 Prozent nur Platz zwölf. Zum Trost: Journalisten, Offiziere, Gewerkschaftsführer, Politiker und Buchhändler haben ein noch schlechteres Image.
Dass der Ruf der Lehrer besser ist, als viele vermuten, bewies auch eine repräsentative Umfrage im Auftrag der ZEIT (siehe http://www.zeit.de/2008/40/C-Lehrer">Die Angst der Lehrer). 64 Prozent der Deutschen bescheinigten den Lehrern darin eine gute bis sehr gute Arbeit.

(Quelle der Mythen/Wahrheiten 1-8 und Schlussmythos:
http://www.zeit.de/2009/24/C-Lehrermythen)

Beispiel: Schule aus Quereinsteigersicht

Was Lehrerinnen und Lehrer krank macht

  • viel zu große Klassen (im Durch- schnitt 30 SchülerInnen), stetige Steigerung bis 2005
  • schlechte technische, organisa- torische, bauliche und finanzielle Schulausstattung - es handelt sich um häufig "völlig überalterte und sanierungsbedürftige Einrichtungen" (WAZ, bereits am 05.01.01) durch Etatkürzungen für Schulbaumittel.
  • immer neue Aufgaben an die LehrerInnen,  die nun gaaanz kreativ Schulprogramme entwickeln (und umsetzen) müssen, ohne Unter- stützung / Ausgleich zu bekommen
  • LehrerInnen sollen zur "Qualitäts- entwicklung" von Schule beitragen 
  • werden diese Anforderungen vom Dienstherrn erhöht, wird andererseits vom Bildungsministerium verlangt, die dafür nötige Weiterbildung auf`s Wochenende zu verlagern
  • die (Unterrichts-) Pflichtstundenzahl für LehrerInnen wurde ohne Mehr- vergütung erhöht (mehr Unterricht zu geben - das wird ja wohl nicht die Qualität erhöhen?), die Deckung des Unterrichtsbedarfs reicht nicht aus, die vorher vorhandene Stellenreserve wurde durch die Landesregierung gestrichen, so Unterrichtsausfall gesteigert
  • ab Schj.1999/2000 gibt es Zwang zu Zweitkorrekturen für alle Klassenarbeiten = Mehrarbeit (sog. "Parallelarbeiten")
  • LehrerInnen "dürfen" zur Finanzierung schuleigener Projekte auf Sponsoring-Suche gehen (wie gehabt: ohne Vergütung, Entlastung o.ä.)
  • Anwärterbezüge wurden ab 01.01.99 gekürzt. Beispiel:
    "Für einen 27jährigen verheirateten Lehramtsanwärter wirkt sich die Kürzung kumulativ aus, d.h. gegenüber bisherigen Bezügen ein Minus von 25 %." (Quelle: NWLZ, 01.06.99) Aber dafür haben diese jetzt auch noch Mehrarbeit durch "eigenverantwortlichen Unterricht" zu leisten.
  • das Tarifergebnis des öffentlichen Dienstes wird zur Einsparung erst zwei Monate später umgesetzt, das Weihnachtsgeld seit 1993 nicht mehr entsprechend erhöht.
  • es werden keine Konsequenzen gezogen aus von der Landesregierung beauftragte aktuelle Arbeitszeit- untersuchen (mummert und Partner), die - wohl mit anderer Zielrichtung gestellt- belegen, dass LehrerInnen aller Schulformen deutlich (!) über dem regulären Wert von 1702 Jahresstunden des öffentlichen Dienstes liegen (trotz der Ferien!).
  • dazu kommt, dass führende Politiker "vorbildhaft" unterstellen, Lehrer seien Faulenzer (z. B. G. Schröder)  oder trügen die Verant- wortung für (Organisations-) Defizite (G. Behler). Unter diesen Bedingungen erscheinen geplante Image-Kampagnen des Kultusministeriums pro Lehrer als Hohn.

Stichwort "PISA"

PISA ist das "Programme for Inter- national Student Assessment" (deutsch: Programm zur internationalen Schülerbewertung). Gemeint sind mit dem Kürzel "PISA" aber meistens die "PISA-Studien", die internationalen Untersuchungen über Schulleistungen in den einzelnen Ländern. Die (relativ schlechten) Ergebnisse u. a. für Deutschland waren vor über 10 Jahren ein Schock, der zu Veränderungen im Bildungssystem führte.

Worterklärung "Mythos"

Mythen sind sagenhafte Erzählungen, die einen Anspruch auf Geltung für die von ihnen behauptete Wahrheit erheben. Mythen gab es schon in der Antike. Heutige Mythen verwechseln nicht mehr Naturberichte und Geschichten miteinander oder vergöttern Alltägliches. Sie sind in der Regel auch nicht mehr religiös motiviert.

Unsichtbarer Arbeitsplatz

Der erste Arbeitsplatz von Lehrkräften ist nicht die Schule, sondern der Schreibtisch.

Was sich aus Lehrersicht ändern muss ...

... erfährt man hier.