Wohnen ist Heimat

Ubi bene ibi patria

Ich weiß, dass viele Schülerinnen und Schüler neugierig sind, wie und wo ihr Lehrer lebt. Das ist verständlich, weil man sich teilweise jeden Tag in der Schule sieht, aber eben auch nur in der Schule. Dabei ist Schule nur ein Teil des eigenen Lebensraumes - von Schüler*innen wie von Lehrer*innen. Sicherlich haben schon einige Lerngruppen viel aus meinem Privatleben erfahren, wenn sie täglich bei mir Unterricht hatten. Das finde ich auch ok, weil sich Unterricht zwar um die (jeweilige) "Sache" dreht, aber da das Lernen zwischen Menschen stattfindet, spielt das "Wie" des Lernens im Unterricht eine große Rolle - methodisch, inhaltlich und persönlich.

Trotzdem gibt es so etwas wie Privatsphäre, die ich auch bei Anderen akzeptiere und sogar gut finde. Da widert es mich eher an, wenn in TV-Shows oder angeblichen "Real Live Soaps" Menschen ihr Privates ausbreiten. In dieser Hinsicht bin ich halt ganz bürgerlich: so etwas tut man nicht. Da empfinde ich schnell "Fremdschämen".

Wo ich wohne, das wissen Viele schon. Und genauso Viele haben meine Wohnung auch schon im TV gesehen- im Spielfilm mit Oliver Pocher (die "Filmwohnung" hat nur eine Etage). Ich habe festgestellt, dass das Viele interessiert. Ein Teil der Dreharbeiten fanden in und an meiner Wohnung statt, teilweise die ganze Nacht durch. Bemerkenswert: Filmdrehen heißt für die Schauspieler manchmal sehr lange warten bis es zur nächsten Drehszene kommt. Da saß ich dann also mit Oliver Pocher auf meinem Teppichboden oder er wollte im TV gerne die Ergebnisse von Hannover 96 sehen...

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Mit Schauspielerin Tanja Wenzel beim Dreh - hinter diesem Link sind ein paar Making-of-Szenen zusammengeschnitten

Vom Beginn der Dreharbeiten im Sommer 2006 und den Drehtagen im Herbst bis zur Premierenfeier am 10.04.07 in Köln konnte ich die Entstehung des Films und seine Vollendung verfolgen - hier einige Szenen vom Dreh:

Szenenfotos vom Dreh

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Update: seit November 2011 bin ich von der "Film-Wohnung" am Friesenwall (Nähe Rudolfplatz, Köln) 500 Meter weiter zum Friesenplatz umgezogen.

Was hatte Oliver Pocher auf meiner Fensterbank verloren?

Es war einmal ... die Cam

Viele kennen noch meine Wohnungs- Cam. Sie ist schon lange abgeschaltet. Damals war es technisch noch etwas Besonderes und mich hat es fasziniert.

Wohnung
Wohnung 2007 (Foto: privat)

Für mich war es meine Begeisterung für die Entwicklung von Technik, als ich 2001 das erste Mal "Live Streaming" von (m)einer Webcam erlebte. Ich bewundere technischen Fortschritt, teilweise lässt es mich staunen, wozu der "nackte Affe" (Morris, 1967) in der Lage ist. Und das im besten Sinne. Nach 10 Jahren ist das Streaming durch Facebook, Youtube und alle Möglichkeiten von Smartphones längst überholt.

Überschrift: "Ubi bene ibi patria"

Was ist Heimat? Wenn überhaupt, dann sehe ich mich durch meine unterschiedlichen Wohn- und Arbeitsorte als Nordrhein-Westfale (auch wenn Leute wie Domian behaupten, dass es sowas gar nicht gibt). Mit vielen Orten verbinde ich schöne Geschichten - von OWL bis Wuppertal, von Düsseldorf bis Köln. Dazu werde ich bestimmt noch ein paar Dinge in meiner Biografie "Lifelines" präsentieren.

Neben diesen räumlich nahen Orten gibt es noch andere in der Welt, die ebenso schön sind und mit denen mich einiges verbindet, so zum Beispiel aus meinem Sabbatjahr Australien, Luxemburg oder Norwegen.

Daher finde ich in diesem Zu­sam­men­hang den lateinischen Spruch treffend: "ubi bene ibi patria" - „Wo es mir wohl geht, da ist mein Vaterland, meine Heimat.“

Und: ja, ich habe das "große Latinum". ;-)