Referendariat und Berufsstart in OWL

Köln - Herford, und zurück

Berufsstart ab Mitte der 90er: Nach dem Referdariat waren die Anstellungsaussichten für angehende Lehrkräfte sehr mager. Im Grunde wurden ein Jahrzehnt lang in den Studienseminaren Referendar*innen für die Arbeitslosigkeit ausgebildet.

In den 90ern stellte das Land NRW wieder langsam einige Lehrkräfte ein. Aber mit meiner Fächerkombination, ohne "Hauptfach", blieb es weitaus schwieriger. Einige meiner Kolleg*innen bekamen in dieser Zeit keinen Job.

Meine Berufung nach Ostwestfalen-Lippe (OWL) war für mich ein Glücksfall. Ich kam an eine Schule mit einem engagierten Schulleiter, mit zuverlässigen Kolleg*innen und freundlichen Schüler*innen. Ich hatte viele Möglichkeiten, meine Vorstellungen an der Schule umzusetzen. Auch an dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen dafür bedanken. Manchmal war es anstrengend (Stichwort: "Realitätsschock"). Aber es war eine tolle Zeit!

Als ich auf meinen Wunsch hin nach dem Ende der Probezeit zurück nach Köln ging, sah ich wie anders (schlechter) es dort in Zündorf den Kolleg*innen und besonders den Referendar*innen erging. Als ich an die Schule kam, war die Schule erstarrt. Es gab überall Baustellen- reale und pädagogische. Meine erste Klasse und meinen Sowi-Kurs unterrichtete ich im Container. Schlägereien erschütterten den Schulfrieden. Ich war und bin froh, dass ich davor in Herford eine positive Zeit erlebt habe. Sonst hätte ich wohl arge Zweifel bekommen, ob ein Lehrerjob erstrebenswert ist.

Pfeil

1995 Engagement in der Anti-Gewalt-Arbeit (SÜT 19228, LSVD Köln)

SÜT-Abschied August97

(Abschiedskarte vom SÜT Köln 19228, August 1997)

1996 Partnerschaft (24.08.1996) und Zweites Staatsexamen

Düsseldorf, Trödelmarkt

(Düsseldorf, November 1997; Foto: privat)

1997 Umzug nach Bielefeld: Berufsstart an der OHS in Herford, ehrenamtliches Engagement beim SÜT Bielefeld

1998 US-Best of the west-Tour

2000 Wechsel zur Wilhelm-Busch-Realschule (Köln-Zündorf)

2001 Geburt meines Neffen

2002 Gründung des AK Homosexuelle Lehrkräfte Köln / NRW

2003 Mitglied im Hauptpersonalrat beim Schulministerium Nordrhein-Westfalen

Personalratskarte

Fortsetzung folgt.

 

Job-Doku: 10 Jahre (fast) jeden Tag Schule

 

(Hier wird demnächst das Video eingefügt. Ich danke für die Geduld.)

Kein X für ein U vormachen lassen

In den 80ern hatte ich an den Ostermärschen teilgenommen und Anfang der 90er an den großen Lichterketten: gegen die ausländer-feindlichen Ausschreitungen in den neuen Bundesländern und den Brandanschlag von Mölln 1992. Dieses Engagement setze ich bis heute fort (2003 Lichterkette gegen den Golfkrieg, 2015 Anti-Pegida-Demonstrationen).

Neben diesen öffentlich sichtbaren symbolischen Handlungen des stillen Protests ist mir ein konkreter Einsatz für gleiche Rechte und Chancen von Menschen in meinen konkreten Arbeitszusammenhängen wichtig. Deshalb engagierte ich mich seit 2003 im Hauptpersonalrat beim Schulministerium, wurde Sprecher des NRW-FGA-Realschule und vertrat die Kolleg*innen im Landesvorstand der GEW.

Realschule-NRW

(Abb.: Plakat des FGA Realschule NRW - gegen die Kürzungen, 2006)

Außerdem leitete ich einige Zeit ehrenamtlich das Antigewaltprojekt SÜT 19228 und war LSVD-Vorstands-mitglied, OV Köln. Nachdem ich bereits 1989 die erste Schwulen-Selbsthilfegruppe in Mülheim an der Ruhr (Sigmar) gegründet hatte, war es konsequent, 2002 eine entsprechende Selbsthilfegruppe für Lehrkräfte zu gründen. Diese Gruppe existiert bis heute. Sie hat sowohl die Aufgabe, den Schulalltag und die eigene Situation zu reflektieren als auch bildungspolitische Aktivitäten zu organisieren.

Um Interessenkollisionen zu vermeiden, legte ich 2012 nach 10-jähriger Tätigkeit die Leitung der Gruppe nieder, als ich beruflich mit der Landeskoordination für die Fachberatungsstelle von Schule der Vielfalt betraut wurde.

LSVD Köln

Vorstand LSVD Köln, 2001 (Foto: privat)

Fünf Wohnungen in zehn Jahren

Im Nachhinein ist das schon eine ganz schöne Menge, dass ich innerhalb von zehn Jahren fünf Mal umzog.

Mühlenberg

Nachdem ich von meiner Mülheimer Lieblingswohnung (bis heute, s.o.), am Mühlenberg mit direktem Blick auf die Ruhr, in eine WG in Köln-Sülz zog, war für mich klar, dass das nur für eine Übergangslösung sein sollte. 1995 suchte ich mir wieder was eigenes und zog in meine zweite eigene Wohnung in die Kölner Ehrenstraße. Von dort fuhr ich im Referendariat zu meinem Studienseminar in Wuppertal und zu meinen Ausbildungsschulen in Wuppertal und Solingen-Ohligs.

Ehren100

Als ich im Sommer 1997 meine erste Stelle in Herford antrat, zog ich in die Bielefelder Arndtstraße. Ich suchte mir diese bahnhofsnahe City-Wohnung, weil ich fast jedes Wochenende zurück ins Rheinland pendelte.

Arbeitszimmer

Drei Jahre später, am ersten Tag der Sommerferien 2000, ging es zurück nach Köln, wo ich seitdem wieder wohne. Zuerst zog ich in die Victoriastr., mit Blick auf den Dom, und schließlich in die Wohnung am Rudolfplatz.

Balkon Rudolfplatz

(Fotos v.o.n.u.: Mühlenberg/Mülheim, Ehrenstr./Köln, Arbeitszimmer in der Arndtstr./Bielefeld beim Einzug, Balkon am Rudolfplatz/Köln im Sommer 2005; privat)