FAKTEN, FAKTEN, FAKTEN

Auf dem Weg zum Job: aber wie?

Hier erfährst du wichtige Fakten über einzelne Schritte, um dich auf dem Weg zum Job zu orientieren. Deine Schule unterstützt dich auf diesem Weg. Aber Schule kann nicht alles leisten, was notwendig ist, damit du einen Ausbildungsplatz erhältst. Deine besondere Eigeninitiative ist gefragt, um deine Chancen gegenüber "der Konkurrenz" (anderen SchulabgängerInnen nach Klasse 10) zu verbessern.

Auch wenn Verbesserungen nowendig sind, die Meinung über Schule fällt gar nicht so schlecht aus, was die Berufswahlvorbereitung betrifft:

1

(Quelle: Focus-Schule, 02/2007, S. 24; zit. nach "Bildungsstudie 2007" von TNS Infratest)

I. Deine Qualifikationen / Fähigkeiten

Sicher: gute Zeugnisnoten steigern deine Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Bei den Berwerberinnen/Bewerbern um einen Ausbildungsplatz legen Personalchefs neben den Noten im Zeugnis besonders Wert auf:

  • dass du die "Kulturtechniken" beherrschst  (Rechtschreibung wie z. B. Groß- und Kleinschreibung; Mathematik: Kopfrechnen, Dreisatz),
  • dass du in "Schlüsselqualifikationen" geschult bist (das heißt: hast du im Rahmen von Gruppenarbeit Teamfähigkeit, Kommunikationsvermögen, Verantwortungsbewusstsein mit Eingeninitiative und dein Konfliktverhalten trainiert?).

Wenn du dir darin unsicher bist, fordere das Einüben (Wiederholen) von deinen LehrerInnen ein!

II. Wofür entscheide ich mich?

Klasse 9: Jetzt geht`s los! Mit dem Zeugnis von Klasse 9 musst du dich im Sommer bei den Firmen bewerben. Gehe es Schritt für Schritt an:

  1. Schritt: Was sind deine Wünsche und Interessen?
  2. Auf welche Fähigkeiten und Kenntnisse kann ich zurückgreifen?
  3. Schritt: Was kann ich und was will ich?
  4. Was kann ich damit tun? Wer braucht das, was ich tun kann?
  5. Schritt: Welche Möglichkeiten ergeben sich aus meinen Fähigkeiten für mich?
  6. Schritt: Welche weiteren Informationen brauche ich noch und woher
  7. bekomme ich sie? (woher du sie bekommen kannst: siehe unten)
  8. Schritt:Bewerbung/Bewerbungsschreiben/Einstellungstests
  9. Schritt: Dein eigener Maßnahmenplan, um dein Ziel zu erreichen!

Diese Schritte werden im Unterricht in verschiedenen Lerngruppen geübt, erprobt und hinterfragt.

Es ist ebenso empfehlenswert: unternehme einen Probetag im Betrieb eines Verwandten (Vater, Mutter, Schwester, Bruder, Onkel, Tante), damit du einen ersten Einblick in die Welt der Arbeit erhältst. Dieser Tag kann über die Schule organisiert werden (besonders, weil die Firman gerne möchten, dass du über die Schule versichert wirst).

III. Welche Ausbildungsplätze gibt es?

Prüfe die "Angebotslage" - spätestens am Ende der Klasse 9. Wenn du wissen möchtest, wie die aktuelle Ausbildungsplatzsituation in Düsseldorf (aufgeschlüsselt nach Berufen) und darüber hinaus aussieht, besuche bitte Seiten, die ich dir rechts im Kasten unter "Ausbildungsplätze vor Ort" angegeben habe.

Grundsätzlich immer sind folgende Internet-Adressen bei der Jobsuche hilfreich:

IV. Die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch

Für Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräche (häufig in Klasse 10) empfehle ich dir folgende Hilfen:

  • frag bei den verschiedenen Banken und Sparkassen sowie den Krankenkassen (frag deine Eltern nach ihrer Krankenkasse) und Versicherungen nach, ob sie dir ihre kostenlosen Unterlagen mit Bewerbungstipps geben können,
  • schau in verschiedene Bücher zum Thema Bewerbungen, z. B. aus dem Eichborn-Verlag (Herausgeber: Hesse / Schrader): "Die überzeugende schriftliche Bewerbung" und "Testtraining für Ausbildungsplatzsuchende",
  • finde weitere Tipps in den Suchmaschinen mit dem Suchwort "Bewerbungen" oder
  • klicke zum Beispiel auf Hinweise im Bereich "Job" oder Stellenmarkt von Zeitungen (Zeit, FAZ, Welt) und Zeitschriften wie "Spiegel", "Stern" oder "Focus".

Viel Erfolg für deine Bewerbung!

V. Tipps für Vorstellungsgespräche

Wenn du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, schau dir vorher noch einmal deine eigenen Bewerbungsunterlagen an (die du hoffentlich in Kopie hast?). Überlege: Hast du auch Fragen an die Firma?

Es gibt verschiendene Gesprächsformen bei einem Vorstellungsgespräch:

  • das offene Gespräch: hierbei handelt es sich um ein "normales" Gespräch, bei man deine Aufmerksamkeit beim Gespräch, deine Interessen und dein Engagement für den angebotenen Ausbildungsplatz "testen" möchte.
  • das Interview: Vertreter der Firma stellen dir Fragen von einem Fragebogen. Deine Antworten werden notiert und anschließend mit den Antworten anderer Bewerber verglichen.
  • das Gruppengespräch: Hier werden drei bis vier Bewerber mit einander verglichen. In diesem Gespräch solltest du dich aktiv und konstruktiv einbringen. Es wird verglichen: bist du kontakt- und teamfähig, überzeugend?

Dein Vorstellungsgespräch kannst du auch durch Rollenspiele vorbereiten: Frag vor dem Termin deines Vorstellungsgesprächs deine Freunde, ob sie es nicht mit dir proben möchten - Rollenvorschläge: Bewerber*in, (Personal-) Chef*in, Ausbilder*in... (Beginn: "Du kommst rein..." - wie geht es weiter?).

Hier ein paar Beispiele für typische Fragen der Firma bei einem Vorstellungsgespräch:

  • Warum bewerben Sie sich für diesen Ausbildungsberuf? Welche anderen Berufe kämen für sie noch in Frage? Bei welchen Firman haben Sie sich sonst noch beworben?
  • Warum haben Sie sich gerade bei unserer Firma beworben? Wissen Sie, welche Produkte wir herstellen?
  • Was sind Ihre Stärken/Schwächen? (Bei den Schwächen bessser Unwichtiges nennen, z.B.: "Ich nasche gern...")
  • Wie kam es zu dieser (schlechten) Schulnote? (Ehrlich sein, und mache auf keinen Fall andere verantwortlich!)
  • Welche Hobbys haben Sie? Treiben Sie Sport? Sind in einem Verein?
  • Was möchten Sie in fünf Jahren erreicht haben?

Pünktlichkeit bei einem Vorstellungsgespräch ist ein absolutes Muss! Kaugummi und Cap auf dem Kopf haben nichts bei einer Bewerbung zu suchen. Deine Kleidung sollte so gewählt sein, dass du dich wohl fühlst und für die Firma angemessen gut gekleidet ist (Anzug wohl kaum bei einem Handwerker, "streetboy look" geht nirgendwo durch und girlie-bauchfrei wirkt billig).

Es gilt zwar nach meiner Meinung auch sonst im Leben, dass man sich für Politik und "die" Wirtschaft interessieren sollte, aber auch vor dem Vorstellungsgespräch solltest du dich in dieser Hinsicht ein wenig erkundigen (20 Uhr- ARD - "Tagesschau"). Denn im Laufe eines Vorstellungsgesprächs kommt es durchaus vor, dass du als Bewerber/-in danach gefragt wirst. So erfährt der Betrieb, ob du dich (wie ein Erwachsener) für die Welt um dich herum (und über deinen Freundeskreis hinaus) interessierst.

Nach dem Vorstellungsgespräch: falls der Betrieb sich nicht für dich entscheiden sollte, sei nicht allzu beleidigt. Rufe nach der Absage noch einmal an und versuche sachlich zu erfahren, welche Gründe der Betrieb hatte: wenn man dir etwas aus dem Vorstellungsgespräch berichtet, was der Firma an dir aufgefallen ist, hilft es dir sicher beim nächsten Gespräch! Bedanke dich für diese Information.

VI. Nach der Schulzeit: ohne Job?

Arbeitslosigkeit und Jugendarbeitslosigkeit sowie der Mangel an Ausbildungsplätzen finden nicht irgendwo in der Gesellschaft statt, sondern kann ganz persönliche Realität von dir werden... 160.000 Jugendliche in 2006 und bis zu 200.000 Schulabgänger haben sich in 2007 vergeblich um einen Ausbildungsplatz beworben. So lange ein Mangel Ausbildungsplätzen besteht, kommen auch diese "Altbewerber" jährlich zu den neu suchenden Schulabgängern hinzu und vergrößern die Lücke zwischen angebotenen Ausbildungsplätzen der Firmen und der Nachfrage von Jugendlichen.

Falls du nach der Schulzeit noch keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden hast:

  • Gehe weiter zur Schule - zum Beispiel die "Berufskollegs" (sie stellen sich allen 10. Klassen im BIZ vor; im Internet fndest du ihre Links hier).
  • Arbeite die oben augeführten Schritte IV. (Welche Ausbildungsplätze gibt es?) und V. ("Bewerbung / Vorstellungsgespräch") noch einmal ab. Sprich mit ehemaligen Lehrern (auch eine Mail an mich) und mit Freunden - vielleicht ergibt sich etwas über deren Eltern, die in einer Firma arbeiten?
  • Nutze die "freie Zeit". Du kannst zum Beispiel auch ein freiwilliges soziales Jahr machen.

Ich wünsche dir:

Viel Erfolg auf deinem privaten und beruflichen Lebensweg!

Tipps aus dem Portal www.planet-beruf.de

Berufsideen, Tipps und Berufsberatung

Falls du noch völlig ratlos bist, was du werden möchtest, findest du Berufsideen und Berufsideentests auf:

Ausbildungsplätze vor Ort:

2

3

Wolfgang Clement, der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und damalige Ministerpräsident unseres Landes NRW, informierte sich an meiner damaligen Schule (siehe: "Köln-Herford, und zurück") über unsere Fortschritte und unser Konzept in der Berufwahlvorbereitung. Für dieses Konzept war ich verantwortlich., Auch Clement hält intensiv durchdachte und strukturierte Berufswahlvorbereitung von Schülerinnen und Schülern für besonders wichtig. (Fotos: privat)

Es gibt auch ausführliche Informationen zum Ablauf und den Inhalten der Berufsorientierung direkt auf der Website unserer Schule.

Das Betriebspraktikum von Schülerinnen und Schülern

Es gilt die simple Regel: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Ich will damit sagen, dass du losgehen solltest, sobald du den Termin für das Praktikum erfahren hast. Wenn der Termin des Praktikums im Winter ist, wird der genaue Zeitraum meistens nach Ostern bekannt gegeben. Also: Los mit dir in Geschäfte und Firmen und frage, ob sie dich nehmen möchten. Denn deine Schule ist nicht die einzige Schule, die zu diesem Termin das Praktikum hat. Und es wäre doch blöd, wenn die interessanten Plätze schon belegt sind, nur weil du so lahm warst, nicht? Das habe ich aber leider schon erlebt. Sehr traurig.

Dein Praktikum bietet einen wichtigen ersten Einblick in die berufliche Wirklichkeit. Nutze diese Chance! Und nicht nur das. Ein Praktikum ist der ideale Anfang auf der Suche nach deinem Ausbildungsplatz. Eine Firma, die dich kennt und schätzen lernt, ist auch bereit, dir bevorzugt einen Ausbildungsplatz zu geben als einem unbekannten Bewerber / einer unbekannten Bewerberin. Warum suchst du dir also nicht direkt einen Praktikumsplatz, der auch später dein Ausbildungsort werden könnte?

Mir ist aufgefallen, dass der größere Teil der Schüler*innen mit Ängsten in das Praktikum geht. Gerade dieser Gruppe möchte ich hier Mut zusprechen, die Angelegenheit locker zu sehen: Je mehr du von dir Preis gibst, umso mehr wirst du auch von deinen neuen Arbeitskolleg*innen im Praktikum erfahren.

Und für die Minderheit, die sonst (auch in der Schule) etwas zu forsch ist, mein Rat: DU bist nicht der Chef:-)!

Vor Praktikumsbeginn solltest du dir folgende Fragen beantworten (= deine Erwartungen):

Welche Erwartungen habe ich an mein Betriebspraktikum? Das heißt: - Welche Hoffnungen / Ängste hast du, wenn du an das Praktikum denkst? - Was wünschst du dir tun zu können? - Was befürchtest du in Bezug auf: die Arbeit, den Umgang mit den KollegInnen, den Umgang mit den Vorgesetzten?

Im Anschluss an das Praktikum kannst du deine Antworten vergleichen, was du vorher gehofft und befürchtet hast, und was schließlich davon (nicht) eingetreten ist und woran dein Anteil war, dass dieses oder jenes passiert oder nicht passiert ist. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass im Praktkum Hoffnungen erfüllt werden und Befürchtungen nicht eintreffen. Daran haben der Praktikumsbetrieb und du Anteil.