Ob PC-Games, Pillen oder Klebstoff...

Sucht: Vieles kann zur Droge werden

Wenn du bemerkst, dass du häufig innerlich zu Zwangshandlungen getrieben wirst (die du irgendwie nicht möchtest, aber dennoch tust), kann man von einer Abhängigkeit sprechen. Süchtig machen kann sehr viel (Ess- und Brech -Sucht, Fernseh- Sucht, Internet- oder Chat-Sucht, ...). 

Ich kann hier nicht die ganze Palette benennen, und möchte mich lieber auf die "klassischen" Süchte durch (zum Teil) verbotene Drogen beziehen (einige wenige Beispiele folgen unten, wie z.B. Cannabis, Heroin).

Aber das Wichtigste zuerst:
Der Dealer ist nie ein Freund. Er ist nur einer, der dich abhängig machen kann und will, damit er an dir viel Geld verdient.

Informationen / Beratung

http://www.drogenhilfe.eu

www.bzga.de

Hinweise zu ausgewählten Drogen

Alkohol:

Alkohol gehört zwar zu den legalen, also per Gesetz erlaubten Drogen. Dabei sind die Folgen bei zahlreichen Alkoholkranken drastisch: Verlust des Jobs, Freunde ziehen sich zurück, Verlust des Selbstwertgefühls...

An Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, die sich nicht in Begleitung eines Erziehungsberechtigten befinden, darf kein Alkohol verkauft werden. Denn:

  • Häufgste Todesursache bei 15 bis 24-jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Verkehrsunfälle, Selbsttötung udn risikoreiche Mutproben - in vielen Fällen unter Alkoholeinfluss.
  • Gehirn, das Nervensystem, die Leber usw. sind noch nicht ausgewachsen und sind damit anfälliger für die Wirkugnen des Alkohols. Folge: die körperliche Entwicklugn wird beeinträchtigt.
  • Je früher Jugendliche mit dem Trinken beginnen, desto höher ist die Suchtgefährdung (Alkoholkrankheit).

Heroin:

Heroin ist das schlimmste Suchtmittel und die beherrschende Droge der Drogenszene. Das weißliche bis bräunliche Pulver wird in gelöster Form in die Venen von Ellenbogen, Händen, Beinen und Füßen gespritzt. Einige Utensilien zum Auflösen sind: Löffel, in dem das Heroin über einer Kerze erhitzt wird (deshalb sind die Löffel unten immer schwarz), Spritzen, Gummiband...

Folgen der vermeintlichen "Suche nach Glück" mit Heroin: Hohe körperliche Abhängigkeit, damit verbunden ist die Beschaffungskriminalität und Verelendung. Außerdem Gefahr des "goldenen Schuss", das heißt, es wird eine tödliche Überdosis gespritzt.

Kokain und Crack:

Kokain ist die bekannteste Aufputschdroge. Das weiße Pulver Kokain wird "gesnieft" ("koksen").

Da dies die Nasenschleimhäute zerstört, wurde von der Drogenmaffia Crack entwickelt, das mit Backpulver gestrecktes Kokain ist und verbacken wird. Crack wird geraucht. Da es dabei auffallend knistert, entstand der Name Crack.

Folgen der Drogen: Etwa eine Stunde nach dem Rausch (Hochstimmung, Redseligkeit) erfolgt ein starker Kater. Über längere Zeit bewirken die Drogen Depressionen, Verfolgungswahn und Halluzinationen. Das Schlafzentrum wird gestört und der Appetit läßt nach.

Marihuana / Cannabis / Haschisch:

Aus der indischen Hanfpflanze werden Haschisch (aus dem Harz) und Marihuana (aus getrockneten Blättern) hergestellt. Meistens wird das "Gras" dann geraucht. Dabei werden Stimmungen verstärkt. Daraus ergibt sich, dass es nicht ratsam ist, Marihuana zu rauchen, wenn man "schlecht drauf" ist. Außerdem können sich Psychosen verstärken. 

Nahezu jeder Heroinabhängige hat vorher Haschisch genommen. Das heisst aber nicht, dass die Umkehr automatisch ist: Nicht jeder Cannabiskonsument wird heroinabhängig.

Worterklärung: Was bedeutet eigentlich  "Prävention"?

Gerade bei Drogen wird häufig von der "Drogenprävention" gesprochen.

Prävention bedeutet "Vorbeugung", also hier mögliche Maßnahmen, um der Einnahme von Drogen vorzubeugen (z.B. Information und/oder Zeitvertreib mit anderen Dingen als Süchtigmachern.)

Alkohol - die Volksdroge Nr. 1

Sekten - Zwänge in anderer Form

Im täglichen Sprachgebrauch wird mit Sekte oft eine religiöse Gruppe gemeint, die in irgendeiner Weise als gefährlich oder problematisch angesehen wird. Der Begriff ist umstritten. So wurden mit dem Begriff (lateinisch: sequi) in der Antike zunächst diejenigen bezeichnet, die einem bestimmten Philosophen in seinen Anschauungen folgten. In der Geschichte des Christentums wurden damit dann die Gruppen abwertend bezeichnet, die außerhalb der allgemeinen Kirche einem bestimmten Glaubensführer und für abweichend erklärten Glaubenslehren oder Praktiken anhingen. Heute klagen auch einzelne Glaubensbewegungen vor Gericht, um nicht mehr öffentlich als Sekte bezeichnet zu werden. Verschiedene Sekten sind in der Gesellschaft umstritten, weil sie die Freiheit von Individuen beschneiden würden oder nach unkontrollierter gesellschaftlicher Macht streben.

Wenn du bei einer Gruppe ein komisches Gefühl hast, nutze diese Checkliste. Sie stammt von der: "Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS)", im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, Broschüre: "Weltverbesserung ...Ja! Aber um jeden Preis?" Köln 3. Auflage 1997)

"Pumpen" - mit Doping?

Nicht wenige Schüler gehen heute "pumpen"- je früher, desto besser, meinen sie. Dabei spielen auch Anabolika nicht selten eine wichtige Rolle. Auch hier ist die Sucht nicht fern - und eine krankhafte Entremdung vom eigenen Körper, wie der Psychotherapeut Werner Hübner in einem SPIEGEL-Interview schildert.

 

Sekte? Wie verhalte ich mich?

Wenn du selbst nicht betroffen bist, sondern ein Freund oder eine Freundin, solltest du:

  • mit dem / der Betroffenen in Kontakt bleiben
  • positive Aspekte der Gruppe zugeben und anerkennen
  • die Gründe / Motive des anderen ernst nehmen
  • Sorgen und Gefühlsäußerungen auf beiden Seiten (bei dir/ beim anderen) zulassen
  • Stärken des / der betroffenen Person hervorheben und fördern

Wenn du selbst Kontakt zu Gruppen (wie auch immer sie sich nennen) hast, solltest du beachten:

  • keine vorschnelle Unterschrift leisten
  • eine gewisse Distanz, wenn du auf eine "komische" Gruppe triffst, das hat nichts mit Unhöflichkeit oder Ablehnung zu tun
  • mit Freunden, Familie über die Gruppe sprechen
  • Kurse / Veranstaltungen beim ersten Mal nicht alleine besuchen
  • Vorsicht bei kostenlosen Persönlichkeitstests!

Wenn du zu einem Seminar einge- laden wirst, nutze diese Checkliste. Sie stammt von der: "Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS)", im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, Broschüre: "Psychomarkt: Risiko Selbstverwirklichung?" Köln 2002)