Sowi-Bereich: Politik

Wer sich informiert, weiß was ihn erwartet

Kindgerecht ausgedrückt könnte man sagen: Alles, was außerhalb der Wohnung passiert, wird von "der" Politik bestimmt. Aber: nur wer die Welt außerhalb der eigenen vier Wände versteht, kann sie auch aktiv mitgestalten.

Politik leitet sich von dem griechischen Wort POLIS (Stadt) im antiken Griechenland bzw. von POLITIKA (= öffentliche Geschäfte) ab und meinte das Recht aller Einwohner einer Stadt (Bürger) über ihr Schicksal mit zu entscheiden. Das Wort "Polis" kennst du auch von dem Wort "Polizei" (in einigen Sprachen heißt die Polizei heute sogar "Polis"), denn die Polizei handelt im Auftrag des Staates. Das drückt aus, dass das Wort "Politik" eng verbunden ist mit dem Staat, dessen Aktivitäten dem Gemeinwohl dienen sollen.

Und die Wissenschaft, die den Bereich "Politik" untersucht heißt: Politologie (auch Politische Wissenschaft genannt). Während die Politikwissenschaft den Staat, die Regierungslehre und zum Beispiel das Verhältnis von Staaten zu einander untersucht, kannst du tagtäglich Informationen aus der politischen Welt erhalten.

tagesschau-logo
(Tagesschau: die älteste TV-Nachrichtensendung in Deutschland, Foto: wikipedia)

Dabei ist das wichtigste deutsche Medium die Tagesschau bzw. die Tagesthemen. Wer sie schaut und versteht, ist in Deutschland gut informiert. Vergleichbar gibt es in sogenannten Printmedien gute Informationen. Printmedien sind gedruckten Medien, die allerdings heute einen Teil ihrer Informationen online bereitstellen. Das bekannteste Nachrichtenmagazin ist dabei Der Spiegel. Der Spiegel wurde berühmt, als sich Mitarbeiter des Nachrichtenmagazins auf Grund eines kritischen Artikels der Strafverfolgung wegen angeblichen "Landesverrats" ausgesetzt sahen und mächtige Politiker ein missliebiges Magazin zum Schweigen bringen wollten. So kann man sehen, dass Wissen Macht bedeutet. Und im Bereich Politik ist es wie im Privatleben: Wichtig bei der Meinungsbildung sind Informationen, die Profis überprüft haben. Halbwissen und Gerüchte können zu Fehleinschätzungen und falschen Entscheidungen führen.

Mach dir dein eigenes Bild durch seriöse Informationen: Zeitungen und Zeitschriften

Regionale Zeitungen
http://www.rp-online.de/ http://www.derwesten.de/nrz/ http://www.ksta.de
Wichtige deutsche Zeitungen
http://www.faz.net http://www.sueddeutsche.de/ http://www.taz.de/
http://www.fr-online.de/ http://www.freitag.de/ http://www.zeit.de
http://www.welt.de/ http://www.merkur.de/ http://www.neues-deutschland.de/
Deutsche Boulevard-Zeitungen  
http://www.bild.de http://www.express.de http://www.bz-berlin.de/
Internationale Zeitungen (deutschsprachig)
http://www.apa.co.at/ http://www.diepresse.com/ http://www.nzz.ch
http://www.networld.at/ http://www.krone.at/ http://www.baz.ch
Wichtige internationale Zeitungen (englisch)
http://www.usatoday.com/ http://www.timesonline.co.uk http://www.iht.com/
http://www.sacbee.com/ http://www.independent.co.uk/ http://www.nytimes.com/
http://www.heraldtribune.com http://www.mirror.co.uk/ http://www.telegraph.uk
http://www.washingtonpost.com/ http://observer.guardian.co.uk/ http://www.thesun.co.uk/
Internationale Zeitungen (ital., span., französisch, türk., russich)
http://www.repubblica.it/ http://www.elpais.com/ http://www.lemonde.fr/
http://www.hurriyet.com.tr http://www.birgun.net/ http://www.pravda.ru/
Deutsche Zeitschriften/ Nachrichtenmagazine
http://www.focus.de http://www.spiegel.de http://www.stern.de
http://www.capital.de/ http://www.wiwo.de http://www.jetzt.de/

Parteien und Politiker im Vergleich

Wer die unterschiedlichen Ziele der Parteien kennenlernen will, kann hier ihre Wahlprogramme vergleichen. Außerdem kann man bei Abgeordnetenwatch die Meinung von Politikerinnen und Politikern erfragen und nachlesen, wie sie sich bei einzelnen Abstimmungen verhalten haben und welche bezahlten Nebentätigkeiten sie ausüben.

 

cicero
(Cicero: politisches Magazin seit 2004, Foto: wikipedia)

Die 5. Gewalt: Wer Politik betreibt, hat Macht.

Beispiele für Unterrichtsinhalte im Bereich Politik

Schülerinnen und Schüler sollten im Unterricht die Möglichkeit für Anregungen, eine Mitsprache und Beteiligung bei der Themenwahl erhalten. So wird in der Regel mindestens ein Thema meines Politikunterrichts im Schulhalbjahr von den Schülerinnen und Schülern vorgeschlagen und abgestimmt. Hier einige Beispiele, die von Schülerinnen und Schülern ausgewählt wurden:

  • Drogenpolitik
  • Prostitution
  • Verschwörungstheorien
  • Antidiskriminierungspolitik

Natürlich spielt neben dem "was" besprochen werden soll auch eine Rolle "wie" das Thema erarbeitet wird. Man kann dazu das Rathaus erkunden, einen Bezirksvertreter zu einem Thema, das vor Ort aktuell ist, in die Schule einladen oder einen Abgeordneten besuchen (s.u.). Wer selbst schon jetzt praktisch aktiv werden will, kann in der SV (Schülervertretung) mitarbeiten. Und dann ist man schon "Politiker/-in", die sich für die Interessen anderer einsetzt.

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Besuch im NRW-Landtag, Düsseldorf

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Besuch im Europäischen Parlament, Brüssel (Fotos: privat)

Die drei Gewalten im Staat

In einer Diktatur liegt die Macht in einer Hand, die Gewalt (also die Macht des Staates) ist nicht aufgeteilt. Um die Macht zu begrenzen, werden nach historischem Vorbild die drei Gewalten des Staates, nämlich Gesetzgebung (Legislative), Vollziehung (Exekutive) und Rechtsprechung (Judikative) von einander getrennt. Ihren Ursprung hat das Prinzip der Gewaltenteilung in den staatstheoretischen Schriften von John Locke und Montesquieu ("Vom Geist der Gesetze", 1748), die sich gegen Machtkonzentration und Willkür im Absolutismus richteten. Weitere Macht im Staat hat auch die Presse, weshalb sie als die "Vierte Gewalt" bezeichnet wird.

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Der Bundestag im Reichtagsgebäude, Berlin (Foto: privat)

Die Bedeutung der Parteien in Deutschland

In Deutschland wird Politik "gemacht" in den Parlamenten und Parteien, aber auch in den Regierungszentralen wie z. B. dem Bundeskanzleramt. Die Parteien im Deutschen Bundestag sind zur Zeit (in alphabetischer Reihenfolge):

Die Bedeutung der politischen Parteien in Deutschland wird in unserer Verfassung, dem "Grundgesetz", in Art. 21 folgendermaßen beschrieben:

„Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muss demokratischen Grundsätzen entsprechen. (...)"