Sozialwissenschaften

Soziologie: Untersuchung der Gesellschaft

Die Soziologie (von lateinisch: "socius"= ‚Gefährte‘) ist eine Wissenschaft, die sich mit der empirischen und theoretischen Erforschung des sozialen Verhaltens befasst, das heißt die Voraussetzungen, Abläufe und Folgen des Zusammenlebens von Menschen (in der Gemeinschaft/Gesellschaft) untersucht. Ihren Namen erhielt sie von Auguste Comte (1798-1857) , durch den die Soziologie erst eine eigene Disziplin in Universitäten wurde.

Hier einige Themenbeispiele im Themenfeld "Soziologie":

  • Modelle und Theorien zu gesellschaftlicher Ungleichheit (Klassen- und Milieutheorien, Individualisierung)
  • Sozialer Wandel in wichtigen Bereichen (Werte, Lebensformen, Arbeitswelt)

Zum Sozalen Wandel gehören auch Veränderungen von gesellschaftlichen Vorstellungen, zum Beispiel des "Frauenbildes". 2011 jährte ich der Internationale Frauentag zum 100. Mal. Noch vor 50 Jahren galt es für alleinstehende Frauen als Makel, keinen Ehemann zu haben. Das hatte Nachteile in fast allen Bereichen des Lebens zur Folge: ob sie nun nicht zu gesellschaftlichen Ereignissen eingeladen wurden oder Schwierigkeiten beim Finden einer großen Wohnung hatten. Wer durch den kriegsbedingten Männermangel unverheiratet war - oder auch einfach nicht heiraten wollte - hatte eben "keinen abgekriegt" und war schon in verhältnismäßig jungen Jahren zur "alten Jungfer" abgestempelt.

Zudem solte den Frauen, die insbesondere in den Nachkriegsjahren Stärke und Eigenständigkeit bewiesen hatten, klar gemacht werden, dass sie nun wieder "hinter den Herd" gehörten.

Heute dagegen ist für viele Frauen selbstverständlich selbst entscheiden zu "dürfen". Während die Historiker nun untersuchen, wie es zu diesen Veränderungen kam (Stichwort: "68er"), versucht die Soziologie kriteriengeleitet hearauszufinden, welche Bedingungen und Strukturen zu Veränderungen bzw. Nicht-Veränderungen führen.

Dabei bedient sich die Soziologie anderer Wissenschaften, neben der o.g. Geschichtswissenschaft, der Politikwissenschaft, Sozialökonomie und Sozialpolitik, Sozialpsychologie und Sozialanthropologie sowie Sozialwissenschaftlicher Methodenlehre und Statistik. Zum Verständnis beitragen können dabei auch empirisch begründete soziologische Theorien, wie zum Beispiel "Modernisierungstheorien". Kern der Modernisierungstheorien ist der postulierte Gegensatz zwischen "moderner" Welt (mit den Attributen dynamisch – rational – städtisch) und "traditioneller" Welt (mit den Attributen statisch – irrational/fatalistisch – agrarisch), wie man ihn z. B. auch im Strukturalismus findet.

Der Bezug von Gesellschaft und Politik am Beispiel "Frauenbild"

Berühmte Soziologen - Beispiel: Max Weber

Max Weber (* 21. April 1864,† 14. Juni 1920)

Weber untersuchte zum Beispiel die "Macht" der Politiker:

"Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht."

(zit. nach: Weber: Wirtschaft und Gesellschaft, Kapitel 1, § 16)

max-weber

Max Weber, 1894 (Foto: wikipedia)

 

Buch- & Geschenktipps

Deine Mitschülerin oder dein Mitschüler hat Geburtstag und du weißt, dass er bzw. sie Sozial- wissenschaften studieren möchte, dann schenke doch ein Buch!

Statistik: Lebenserwartung

Ein Stubenfliege wird 16 bis 24 Tage alt, Grönlandwale über 200 Jahre und die bisher älteste Lebenserwartung für Menschen liegt bei knapp über 120 Jahren. Da dies biologische Gründe hat, stellt sich die Frage, was diese Daten mit "Soziologie" zu tun haben.

In der Sozio­logie wird zur Gesell­schafts­untersuchung regelmäßig mit Daten der universitären Studien­gänge "Sozial­wissen­schaft­liche Methoden und Statistik" bzw. der "empirischen Sozial­forschung" und ihren statis­ti­schen Mo­dellen ge­ar­beitet. So ist die Be­rech­nung der durchschnitt­lichen Lebens­erwar­tung so wichtig, dass sie in den meisten Län­dern be­rech­net wird. Davon hängen Plan­ungen für Pflege- und Alters­heime, Straßen­ver­kehr, Gesundheits­fürsorge usw. ab. In Deutsch­land ist für den Bereich Sta­tistik das ent­sprechende Bun­des­amt ver­antwort­lich.

Derzeit beträgt in Deutschland die durch­schnitt­liche Lebens­erwartung neu­geborener Jungen 77 Jahre und 4 Monate, für Mädchen 82 Jahre und 6 Monate. Haupt­ursache der Unter­schie­de zwischen Jungen und Mädchen liegen z. B. in der ri­sikoge­neigteren Lebens­weise und dem ger­ingeren Gesundheits­bewusstsein von Män­nern.

Die Haupt­ursachen für die unter­schied­liche Lebens­erwartung zwischen Staaten liegen in mangeln­der Hygiene, un­sauberem Trink­wasser, un­zu­reichender Er­nährung und der unterschied­lichen ärzt­lichen Ver­sorgung.

Trotz­dem bleiben die Zahlen "statis­tisch", weil noch nicht bekannte Fak­toren in der Zu­kunft wie Kriege, Seuchen o.ä. nicht ein­fließen können.